Sechster URIS Fellow: Prof. Dr. Mykhailo Minakov

Prof. Dr. Mykhailo Minakov                            

URIS Fellow im Herbstsemester 2019 (August 2019 bis Januar 2020)

Minakov_portrait

Politik und Ideologie der «Volksrepubliken» Donezk und Lugansk – das Forschungsprojekt «Secessionism in Ukraine» unseres sechsten URIS Fellows könnte aktueller nicht sein.

Nach ihrer Auflösung im Jahr 1991 entstanden auf dem Gebiet der UdSSR fünfzehn neue, international anerkannte Staaten. Der Status von vier kleinen neuen «de-facto Staaten» im südlichen Kaukasus und an der Grenze Moldawiens -Nagorno-Karabach, Süd-Ossetien, Abchasien und Transnistrien -ist dagegen nach wie vor umstritten. Auch die so genannten «Volksrepubliken» von Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine wurden international nicht anerkannt.

In seinem aktuellen Forschungsprojekt untersucht Mykhailo Minakov, welche Ideologie und politischen Praktiken diese sechs osteuropäischen de-facto-Staaten miteinander verbinden und welche Folgen das Streben der Eigenständigkeit in den Gebieten von Donezk und Lugansk für die Stabilität der heutigen Ukraine hat.

In seiner Lehrveranstaltung an der Universität Basel «Political History of Contemporary Ukraine (1991-2019)» diskutiert Prof. Minakov mit Studierenden die politischen Herausforderungen der Ukraine seit Erringen der Unabhängigkeit im Jahr 1991. Wie haben sich Demokratie, Ökonomie und nationale Eigenstaatlichkeit entwickelt? Welche Rolle spielt(e) dabei das Erbe von über 70 Jahren kommunistischen Experiments? Warum kam es in den vergangenen 18 Jahren immer wieder zu Volkserhebungen in der Ukraine und welche Folgen hatten diese für die politische Entwicklung des Landes?

Prof. Minakovs Ansatz in Forschung und Lehre ist interdisziplinär und verbindet politische Analyse mit politischer Philosophie. Im Fokus seines Forschungsinteresses stehen die Gründe, Versprechungen und Folgen der krisenhaften 1990er Jahre, die Macht der Oligarchen und die Entstehung und Folgen der Orangenen Revolution 2004 und des Euromajdan 2013/14 in der Ukraine.

Mykhailo Minakov studierte Philosophie an der Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie. Nach Promotion (2000) und Habilitation (2007) lehrte er dort als Professor für Philosophie und Politikwissenschaften. Seit 2018 ist Minakov Senior Advisor am Kennan Institute (Woodrow Wilson International Centre for Scholars, Washington DC). Bis März 2019 lehrte er als Gastprofessor an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).

Kontakt: mykhailo.minakov@unibas.ch

Weitere Infos zu seinem CV (incl. Publikationsliste) oder auf seiner Webseite: http://www.minakovphilosophy.com

Fünfter URIS Fellow: Prof. Dr. Kateryna Dysa

Dysa_Portrait

Prof. Dr. Kateryna Dysa 

Von Februar bis Juli 2019 lehrte und forschte Prof. Dr. Kateryna Dysa an der Universität Basel

«Young people, travel if you can, and if you cannot – travel all the same» (Jules Verne: L’École des Robinsones, 1882)

Berichte von Reisenden und Reiseführer über die Stadt Kiew stehen im Zentrum von Dr. Kateryna Dysas aktuellem Forschungsprojekt «Transformation of the Image of the City in Travel Literature: The Case of Kyiv from the Mid-19th to the Early 20th Century». Arbeitsmigration, Pilgerreisen und säkularer Tourismus führten Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer grossen Mobilität im Zarenreich und brachten dabei neue literarische Formen wie Reiseführer und Reiseberichte hervor. Zu diesem Zeitpunkt war Kiew als Zentrum der ‘alten Rus’ ein bekannter aber gleichzeitig provinzieller Pilgerort des orthodoxen Glaubens. Unter dem Einfluss der Reisenden veränderte sich die Stadt fortlaufend bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem dynamischen, multi-ethnischen und kosmopolitischen Begegnungsort wurde. Dr. Kateryna Dysa nimmt die Konstruktionen und Transformationen des Kiewer Stadtbildes aus der Perspektive einer Geschichte des Reisens in den Blick und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Forschung über Tourismus und Reisen im Zarenreich.

In ihrer Lehrveranstaltung an der Universität Basel mit dem Titel «Describing Eastern Europe: The History of Travel Writing about the Region between the 16th and 20th Centuries» untersucht sie gemeinsam mit Studierenden, wer die ersten Reisenden in Osteuropa waren, mit welchen Zielen sie aufbrachen und welche Tropen über die historischen Regionen Polens, Russlands und der Ukraine sie dabei reproduzierten oder entwarfen. Die Entstehung des Genres Reiseliteratur und sein Potential für sozial- und kulturtheoretische Fragen der osteuropäischen Moderne stehen dabei im Zentrum der Übung, die Studierenden der Geschichte, der Osteuropastudien, der European Global Studies und der Literaturwissenschaften offensteht.

Mit ihrer Dissertation an der Central European University (CEU) in Budapest hat Dr. Kateryna Dysa die erste umfassende Studie zu Hexenprozessen in der Ukraine vorgelegt. Ihre Monographie «Witchcraft Trials and Beyond: in Volhynian, Podolian and Ruthenian Palatinates of the Polish-Lithuanian Commonwealth of the 17th -18th centuries», die in Kürze erscheinen wird, argumentiert aus einer anthropologischen Perspektive dass Hexerei in der Ukraine sich in prosaischer Hausmagie ausdrückte und die sozialen Spannungen der Gesellschaft spiegelte. Auch mit ihrem zweiten Buchprojekt über die Geschichte der Sexualität in den urbanen Zentren der Ukraine im 18. Jahrhundert hat Dr. Kateryna Dysa historiographisches Neuland betreten. Ihre Analyse der Verfolgungspraktiken katholischer und orthodoxer Vertreter stellt Diskurse über sexuelle Praktiken und den Körper in eine vergleichende europäische Perspektive.

Prof. Dr. Kateryna Dysa forscht und lehrt an der Mohyla-Akademie in Kiew.

Kontakt: Katerina.dysa@unibas.ch

CV mit Publikationsliste (PDF)

Vierter Fellow: Dr. des. Trevor Erlacher

Von August 2018 bis Januar 2019 lehrte und forschte der vierte URIS-Fellow, Dr. des. Trevor Erlacher, an der Universität Basel.

Dr. des. Trevor Erlacher ist ein Nachwuchshistoriker mit Forschungsschwerpunkt Geschichte der Ukraine vom 19. Jahrhundert bis zur 41965062_2179257665646851_482714183306051584_nGegenwart. Er hat an der Portland State University und der University of North Carolina at Chapel Hill Geschichte studiert und 2017 an der University of North Carolina at Chapel Hill ein PhD-Studim in Osteuropäischer Geschichte abgeschlossen. Zu seinen besonderen Forschungsinteressen zählen die Kultur- und Ideengeschichte der Ukraine sowie die Nationalismus-, Imperialismus-, Radikalismus- und Exilgeschichte.

Aktuelles Forschungsprojekt
In seiner Zeit in Basel wird Trevor Erlacher die Publikation seiner Dissertation mit dem Titel «The Furies of Nationalism: Dmytro Dontsov, the Ukrainian Idea, and Europe’s Twentieth Century» vorbereiten. Anhand der Biografie von Dmytro Dontsov (1883-1973) untersucht Trevor Erlacher die transnationalen Dimensionen sowie die ideologische Entwicklung und den kulturellen Ausdruck des ukrainischen integralen Nationalismus von seinen Ursprüngen bis in die postkommunistische Ukraine. Die Konzepte des «ikonoklastischen Autoritarismus» («iconoclastic authoritarianism») sowie des «kosmopolitischen Ultranationalismus» («cosmopolitan ultranationalism») werden dabei als Leitbegriffe für die Analyse der Biografie und des Werks Dontsovs entwickelt.

Lehrveranstaltung
In Basel wird Trevor Erlacher im Herbstsemester 2018 einen Kurs in englischer Sprache zum Thema «Nationalism and Socialism in Twentieth-Century Ukraine» anbieten. Der Kurs untersucht die Politik-, Kultur- und Ideengeschichte der Regionen, die die heutige Ukraine bilden, vom späten 19. Jahrhundert bis 1991. Dabei wird die Geschichte der Ukraine als Nexus von Interaktionen, Konflikten, Assimilationen, Glaubensrichtungen, Parteien, Ethnien und unterschiedlicher Staaten analysiert. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die historische Situation der Ukraine als kolonialisiertes Grenzland an den Peripherien verschiedener dynastischer und totalitärer Imperien.

Die Lehrveranstaltung steht BA- und MA-Studierenden der Osteuropastudien, Osteuropäischen Geschichte, Geschichte, Europäische Geschichte in globaler Perspektive, Politikwissenschaften, European Global Studies sowie benachbarter Fächer offen. Den Link zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel finden Sie hier.

Kontakt
trevor.erlacher@unibas.ch

CV mit Publikationsliste (PDF)

Dritter Fellow: Prof. Dr. Valeriya Korablyova

Von Februar bis Juli 2018 lehrte und forschte der dritte URIS-Fellow, Prof. Dr. Valeriya Korablyova, an der Universität Basel.

Dr. Valeriya Korablyova hat an der Nationalen W. N. Karazin Universität in Charkiw Soziologie studiert und wurde an derselben Institution in Philosophie promoviert. 2012 wechselte Dr. Korablyova für ihr Habilitationsprojekt an die Nationale Taras Schewtschenko Universität in Kiew, wo sie 2015 mit einer Spezialisierung in Sozial- und Geschichtsphilosophie abschloss. Sie hat bereits zahlreiche interdisziplinäre Projekte zur postsowjetischen Transformation und zum Nation-Building in der Ukraine und in Ostmitteleuropa durchgeführt. Ihr Forschungsschwerpunkt konzentrierte sich bisher auf den symbolischen Nation-Building-Prozess und der Abgrenzung des Eigenen vom Fremden (othering).

Aktuelles Forschungsprojekt
In ihrem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. Korablyova mit dem für die jüngste ukrainische Vergangenheit zentralen Paradoxon der Bemühung, unter dem europäischen Schirm einen Nationalstaat (neu) zu konzipieren, während die EU selber unter Beschuss steht und Nationalismus allgemein als reaktionäres Phänomen gewertet wird. Das in der kritischen Sozialtheorie verankerte Projekt fragt nach möglichen Modellen des Nation-Buildings für die gegenwärtige Ukraine im Spannungsfeld zwischen inner-ukrainischen Selbstbildern und regionalen (Polen und Russland) sowie globalen (EU und USA) Aussenansichten.

Lehrveranstaltung
In Basel wird Dr. Korablyova im FS 2018 einen Kurs in englischer Sprache zu „Untimely Nation: Ukraine in East Central Europe“ anbieten. Die Lehrveranstaltung konzentriert sich auf die zentralen Akteure, Frames und Effekte des Nation-Building-Prozesses in der postsowjetischen Ukraine. Die Ukraine wird zusätzlich im Kontext regionaler wie globaler Tendenzen betrachtet. Der Kurs diskutiert auf einer theoretischen Ebene das Verständnis von Nationalismus sowie Modelle des Nation-Buildings in einer vermeintlich „post-nationalen Ära“. Zudem soll der Kurs ganz allgemein ein vertieftes Verständnis der zeitgenössischen Ukraine und ihrer Grossregion bieten.

Die Lehrveranstaltung steht BA- und MA-Studierenden der Osteuropastudien, Geschichte und Europäischen Geschichte offen. Hier finden Sie den Link zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel.

Kontakt
valeriya.korablyova@unibas.ch

CV und Publikationsliste (PDF)

Zweiter Fellow: Dr. Olena Palko

Von August 2017 bis Januar 2018 forschte und lehrte der zweite URIS-Fellow, Dr. Olena Palko, an der Universität Basel.

2014-04-20 12.11.16Dr. Olena Palko ist eine Nachwuchswissenschaftlerin mit interdisziplinärem Profil. Sie hat an der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew Politikwissenschaften und Philosophie studiert und wurde am Institut für Politikwissenschaften und Ethnologie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kiew in Politikwissenschaften promoviert. Im März 2017 schloss Dr. Palko an der University of East Anglia in Norwich, England, zusätzlich ein PhD-Studium in Geschichte ab. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Politik- und Kulturgeschichte der Ukraine im 20. Jahrhundert. In Dr. Palkos bisheriger Forschung stand die Frage nach der Konsolidierung der Macht der Bolschewiki in der Ukraine in den 1920er Jahren im Zentrum.

Aktuelles Forschungsprojekt
In ihrem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. Palko mit einem Vergleich der  Nationalitätenpolitik Polens und der frühen UdSSR in den 1920er Jahren. Am Beispiel der Politik gegenüber der ukrainischen Nation wird das Zusammenspiel von Minderheiten- und Aussenpolitik in der Zwischenkriegszeit untersucht. Nationalitätenpolitik wird als Mittel politischer Konsolidierung und zwischenstaatlicher Rivalität beschrieben, wobei insbesondere der Rolle sowjetischer „Polonophobie“ sowie polnischer „Sowjetophobie“ bei der Formulierung von Nationalitäten- und Minderheitenpolitiken in beiden Ländern nachgegangen wird.

Lehrveranstaltung
In Basel bot Dr. Palko im HS 2017 einen Kurs in englischer Sprache zu „The Soviet Nation-Building in the 1920s-1930s“ an. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung standen Prinzipien und Massnahmen der sowjetischen Nationalitäten- und Minderheitenpolitik in der Zwischenkriegszeit. Dabei sollten auch widersprüchliche Ziele sowie Unterschiede bei der Implementierung der Nationalitäten- und Minderheitenpolitik in den unterschiedlichen Sowjetrepubliken diskutiert werden. Durch diesen Zugang sollte zu einem besseren Verständnis der historischen Tiefendimension zahlreicher zeitgenössischer Konflikte im postsowjetischen Raum beigetragen werden.

Die Lehrveranstaltung stand BA- und MA-Studierenden der Osteuropastudien, Geschichte, Politikwissenschaften, European Global Studies sowie benachbarter Fächer offen. Hier finden Sie den Link zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel.

Öffentliche Vorträge und Konferenzteilnahmen
07.10.2017
Dr. Palko hielt einen Vortrag mit dem Titel „Mythologizing the Revolution: The Representations of the Russian Revolution in Ukrainian and Russian Revolutionary Literature“ an der Konferenz „One Hundred Years that Shook the World: Failures, Legacies and Futures of the Russian Revolution“ organisiert von der Universität St. Gallen, dem Literaturhaus Zürich und Palace St. Gallen. Link zur Veranstaltung.

26.10.2017
Dr. Palko nahm an der öffentlichen Podiumsdiskussion „10 Tage, die die Welt erschütterten“ – 100 Jahre danach: Dimensionen der Revolution für Europa“, die im Rahmen der Vortragsreihe „100 Jahre Russische Revolution“ an der Universität Bern durchgeführt wurde, teil. Link zur Veranstaltung.

Kontakt
olena.palko@unibas.ch
o.palko@uea.ac.uk

CV und Publikationsliste (PDF)

Erster Fellow: Prof. Dr. Georgiy Kasianov

Von Februar bis Juli 2017 forschte und unterrichtete der erste URIS-Fellow, Prof. Dr. Georgiy Kasianov, an der Universität Basel.

Bild: Universität Basel, Oliver Hochstrasser
Bild: Universität Basel, Oliver Hochstrasser

Prof. Dr. Georgiy Kasianov ist 1961 in Tscheljabinsk im Südural geboren. An der Nationalen Pädagogischen Universität von Kiew hat er 1983 einen Abschluss in Geschichte und Sozialwissenschaften gemacht, bevor er an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Geschichte doktorierte. Seit über zehn Jahren ist Prof. Kasianov Vorsteher der Abteilung für Zeitgeschichte und Politik am Institut für die Geschichte der Ukraine an der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kiew. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Sozial-, Politik- und Kulturgeschichte der Ukraine im 19. und 20. Jahrhundert.

Aktuelles Forschungsprojekt
Gegenwärtig arbeitet Prof. Kasianov an einer Monografie über den politischen Gebrauch und Missbrauch von Geschichte und kollektivem Gedächtnis in der Ukraine seit den 1980er Jahren. Zu den zentralen Aspekten seiner Untersuchungen gehören die Nationalisierung von Geschichte, die Konstruktion eines nationalen Narrativs, die Repräsentation der Vergangenheit im öffentlichen Raum, in den Medien und in Schulbüchern, die Kontroverse zwischen sowjetnostalgischen und nationalistischen Metanarrativen, die „Dekommunisierung“ und die Verwendung von Geschichte in intra- und internationalen Konflikten. Prof. Kasianov arbeitete während seines Aufenthalts in Basel an diesem Projekt weiter.

Lehrveranstaltung

Bild: Universität Basel, Oliver Hochstrasser
Bild: Universität Basel, Oliver Hochstrasser

In Basel bot Prof. Kasianov einen Kurs zu „History, Cultural Memory and Politics: Ukraine and the Post-Communist Space“ an. Zusammen mit den Studierenden wurde die Geschichte der Ukraine durch die verschiedenen Arten ihrer Repräsentation in der professionellen Geschichtsschreibung, in politischen und öffentlichen Diskussionen sowie in Medien und Kunst untersucht. Hier finden Sie den Link zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel.

Öffentliche Vorträge
An der öffentlichen Auftaktveranstaltung von URIS am 29. März 2017 in Basel hielt Prof. Kasianov einen Vortrag zum Thema „Past Continuous: Politics of History in Ukraine and the ‚New Europe‘ (End of 1990s – 2000s)“. In seinem Vortrag sprach Prof. Kasianov über die Geschichtspolitik in der Ukraine in den 1990er und 2000er Jahren. Er ging den Fragen nach, wie die Vergangenheit für die Gegenwart gebraucht und missbraucht wird, wie Geschichte und kollektives Gedächtnis von verschiedenen Akteuren, Interessensgruppen und Regierungen instrumentalisiert werden kann, und was die Konsequenzen einer solchen utilitaristischen und politisch motivierten Verwendung von Geschichte und Erinnerung sind.

Kontakt
georgy.kassianov@unibas.ch

Publikationsliste (PDF)

Medien
„Fragen der Vergangenheit werden stark instrumentalisiert“, Interview mit Georgiy Kasianov auf der Webseite der Universität Basel (22.3.2017).
„Dem Homo sovieticus entkommen“, Gastbeitrag von Georgiy Kasianov in der ZEIT (2.12.2016).